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FUJIYAMA.

Dreißig Sekunden für ein Sushi-Restaurant. Kein Drehtag, keine Crew, keine Location — und trotzdem ein Film, den man zu Ende sieht.

Jahr
2026
Leistungen
Konzept · Storyboard · Produktion · Schnitt · Sound
»The First Time.« — hochkant, weil der Spot dort läuft, wo hochkant gescrollt wird. · 0:28
0
Drehtage
30
Einstellungen
9:16
Format

Die Idee

Eine Frau sitzt allein an einem Sushi-Tresen. Man sieht ihr an, dass sie zum ersten Mal hier ist — die Haltung zu aufrecht, der Griff um die Stäbchen eine Spur zu vorsichtig. Sie probiert. Und der Geschmack nimmt sie mit.

Die Kamera fährt in ihre Iris hinein, und aus dem grauen Grün wird eine Landschaft: ein spiegelglatter See, der Fuji am Horizont, Kirschblüten, die nicht fallen, sondern stehen. Koi schwimmen durch die Luft. Nigiri kreisen um ihren Kopf wie Planeten.

Dann kommt sie zurück — dieselbe Kameraposition, dieselbe Einstellung wie vor dem Sprung, nur sitzt jetzt der Wirt neben ihr. Er sagt einen einzigen Satz: „Das erste Mal hier, oder? Passiert öfter.“ Im Hintergrund hebt ein anderer Gast sein erstes Stück Sushi an die Lippen, und es fängt von vorne an.

Storyboard-Blatt mit fünfzehn hochkant stehenden Panels in einem Raster, jedes mit Nummer, Timecode und Einstellungsbeschreibung.
Blatt A, Sekunde 00 bis 15. Fünfzehn Panels, eine Einstellung pro Sekunde.

Wie es gebaut wurde

Zuerst die Figuren. Zwei Referenzblätter legen fest, wie die Frau und der Wirt aussehen — Kleidung, Frisur, Augenfarbe, bis zu den Sommersprossen. Ohne dieses Blatt wäre sie in Einstellung 3 eine andere als in Einstellung 27, und der Trick mit der wiederholten Kameraposition würde nicht funktionieren.

Dann das Storyboard: dreißig Einstellungen, eine pro Sekunde, aufgeteilt auf zwei Blätter à fünfzehn. Jedes Panel mit Einstellungsgröße, Timecode und Notiz. Erst danach wurde ein einziges Bild bewegt.

Das ist der eigentliche Punkt. Der aufwendige Teil war nicht die Produktion — der war das Denken davor. Ohne Storyboard kommt aus jeder Technik nur schöner Zufall.

Was daran ungewöhnlich ist

Ein Spot dieser Machart hätte klassisch ein Restaurant über Nacht gebraucht, ein Team, eine Schauspielerin, einen Sushi-Meister, eine zweite Drehlocation für die Traumsequenz — und die hätte man ohnehin gebaut oder gerechnet.

Hier waren es ein Konzept, zwei Figurenblätter und zwei Storyboards. Die Frau hat es nie gegeben, den See auch nicht, den Fuji schon.